Flüchtlinge – Schulpolitische Herausforderungen

Talkrunde Schalthoff Live bei Hamburg1 vom 16.2.2016 
Frau von Berg (schulpolitische Sprecherin der Grünen) und Frau Duden von der SPD meinten übereinstimmend, dass kleinere Einheiten von Flüchtlingsunterkünften aus schulpolitischer Sicht besser seien. Da die Politik jedoch Großunterkünfte will und die Konzentration von hunderten von Flüchtlingskindern auf die in der Nähe liegenden Schulen deren Kapazitäten sprengen würden, soll diese bessere Lösung auf spezielle Weise umgesetzt werden. Statt vorhandenes lokales Schulangebot und Flüchtlingsunterkünfte möglichst optimal zusammenzubringen, sieht der Plan des Schulsenators Ties Rabe vor, die Schülerinnen und Schüler aus den Großunterkünften auf mehrere auch weiter entfernt liegende Schulen zu verteilen und sie per Busshuttle dorthin zu bringen. Falls an den vorgesehenen Schulen in den Klassen nicht genügend freie Kapazitäten zur Verfügung stehen, ist vorsehen, dass einheimische Schülerinnen und Schüler aus den Klassen genommen  und auf andere Schulen geschickt werden, um Platz zu machen für Flüchtlingskinder. Eltern, die ihre Kinder in der möglichst nahegelegenen Schule einschulen lassen wollen, müssen damit rechnen,  auf andere weiter entfernt liegende Schulen verwiesen zu werden, damit genügend Plätze für Flüchtlingskinder zur Verfügung stehen.  Auf diesem Wege soll die gewünschte Mischung von einheimischen mit Flüchtlingskindern erreicht werden.
Das richtige Prinzip „Kurze Beine, kurze Wege“ wird zugunsten einer integrationsfeindlichen Unterkunftspolitik aufgegeben. Eine enge räumliche Verbindung zwischen Wohnstandort und Schulstandort ermöglicht auch enge  soziale Verbindungen, die über die Schule hinausgehen kann und  Freundschaften leben läßt, welche auch die Familie der Kinder miteinbezieht. Diese wichtige Chance zur Integration wird durch das Festhalten an Großunterkünften vertan.

 

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http://www.hamburg1.de/sendungen/4/4536/Fluechtlinge_Schulpolitische_Aufgabe.html